Matcha auf der Expo in Mailand

Frisch zurück aus Milano muss ich Euch schnell meine Eindrücke schildern. Zuerst: Ich bin kein großer Fan von Expos / Weltausstellungen. Zum einen, weil man oft genug nicht wirklich viel Spannendes und Neues zu sehen bekommt.  Zum anderen, weil nur wenig Städte ein echt nachhaltiges Konzept für eine Expo-Nachnutzung entwickeln, und dann oft danach ein Geistesgelände stehen bleibt, mit Geister-Gleisen, Geister-Bahnhöfen, und Geister-Baracken.

Aber: Wenn ihr einmal eine Weltausstellung sehen möchtet, dann ist das die am besten zu erreichende für die nächsten 5 Jahre. Nach Milano sind die nächsten Expo-Orte Kasachstan und Dubai, beide nicht mehr gerade um die Ecke.

Highlight der Expo 2015: Der Japan Pavillon
Und: Die Expo in Milano ist ziemlich anders. Hier ist der Fokus auf Lebensmittel (Stichwort: Feed the World) und nachhaltigen Energien, beides sehr spannende Themen, die mich absolut interessieren. Und da ist noch ein Punkt: seit Wochen berichten die Medien über das absolute Hightlight der Messe, von dem ganz Mailand spricht: Der sagenhafte Japan-Pavillon, der alle Besucher begeistert, die Haupt-Attraktion der Messe.

Japan Pavillon? Muss ich natürlich sehen. Der Haken: Die Wartezeit ist sofort ab frühem Morgen bei 80 Minuten. Wir stehen also im Mailänder Sommer bei guten 30 Grad Hitze geduldig in der Schlange: Italiener, Franzosen, Chinesen und ich.

Doch das Warten lohnt sich tatsächlich, denn Japan schafft es das Thema der Expo genau auf den Punkt zu treffen: Hightech & Future Technologies zu nutzen, um die Ressourcen des Planten nachhaltig zu nutzen. Großes Thema: Das Japanische Essen, kurz zusammengefasst: Reis, viel vegetarisch/veganes, etwas Fisch. Tatsächlich zählt die Japanische Küche zu den gesündesten Küchen der Welt – Japan ist das Land mit der weltweit höchsten Lebenserwartung.

Die 80:20 Regel in der Küche
Die Japanische Küche ist nicht vegan – hat aber einen sehr hohen vageren Anteil, der traditionell bei rund 80% der Speisen liegt, der Rest ist hauptsächlich Fisch. Hauptelemente eines Japanisches Mahls sind: Reis, Suppe und drei Gerichte (klassisch mit den Elementen: Fisch, Bohnen, Gemüse). Eine faszinierende Küche. Und diese

Grund meines Besuchs war eine große Matcha Teezeremonie, zu der auch allerlei Politik-Prominenz eingeflogen wurde: Der Gouverneur von Aichi, Bürgermeister von Nagoya (Aichi’s Hauptstadt) und Bürgermeister von Nishio, Japans Hauptproduktionsort des Matcha Tee und weltweites Matcha-Zentrum. Nishio ist für Japanische Verhältnisse eine ziemlich kleine Stadt, liegt sehr ländlich: perfekt für den Anbau von Matcha Tee. Seit über 800 Jahren gibt es in der Region schon Matcha Tee, ein Erbe, auf das Nishio stolz ist.

Bei der Teezeremonie auf der Expo 2015 ging es darum: kurz vereinfacht zu zeigen, wie Matcha trinken funktioniert und wie es eigentlich aussieht. Und für alle interessierte einen Ausblick zu geben, auf die faszinierende Kultur, die daniederliegt. Denn Japans Teezeremonie ist nicht einfach die weltweit höchste Kunst, Tee zu trinken – nein, sie hat eine tiefe, religiöse Bedeutung und in der Geschichte Japans Künste und kulturelle Entwicklung beeinflusst und befruchtet wie sonst nirgendwo auf der Welt. Doch das ist wieder eine andere Geschichte, heute trinke ich mal mit den Geisha-Cosplay-Mädls Matcha in Milano …

 

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