Schatz, ich glaub der Tee ist zu kalt!
Diesen Satz musste ich mir anhören, als ich die „kalte Brühmethode“  (Shinobi-cha) mit einem Gyokuro ausprobiert hatte. In Japan werden sehr hochwertige Grüntees wie Gyokuro, Shincha oder auch Tamaryokucha auch kalt zubereitet. Dafür gibt es wohl mehrere Methoden, ich hab die Variante mit den Eiswürfeln ausprobiert. Hierzu werden aus gutem weichen Wasser Eiswürfel hergestellt und in ein Kännchen gegeben. Über die Eiswürfel wird dann die gewünschte Menge Teeblätter gestreut. Sobald die Eiswürfel anfangen zu schmelzen ist der Grüntee trinkfertig. Entweder man lässt die Eiswürfel komplett schmelzen oder kann auch zwischendurch schon nippen. Im Sommer geht das teilweise zu schnell, daher hab ich die Kanne in den Kühlschrank gestellt um die ‚Infusionszeit“ zu verlängern. Das Resultat ist meiner Ansicht nach herrlich! Frischer kühler Gyokuro, sehr süß und sehr intensiv im Geschmack! Die Blätter hab ich danach dann einfach nochmal für einen zweiten und dritten Aufguss mit 70°C heißem Wasser verwendet.
Tee ist ein wunderbares kulinarisches ‚Spielzeug‘. Die unterschiedlichen Arten der Zubereitung haben natürlich auch einen Einfluss auf die Zusammensetzung des fertigen Tees in der Tasse. Heißt Menge an Antioxidantien, Mineralien und Vitaminen.
Eine italienische Studie (1;2) ging auf ‚Antioxidantiensuche‘ in heiß vs. kalt gebrühtem Tee. Daneben wurden auch noch sämtliche gängige Teesorten verglichen.
- In die Kännchen durften weißer Tee Pai Mu Tan, Grüntee Gunpowder, China Oolong, Schwarztee Lapsang Souchong und eine Schwarzteemischung im Beutel.
- Brühmethoden: 90°C / Brühzeit: 2 Minuten vs. kaltes Wasser (Zimmertemperatur)/ Brühzeit: 2 Stunden
- Ergebnis: Das heiße Wasser hatte bei den meisten Tees mehr Antioxidantien aus den Blättern gelöst mit einer Ausnahme: weißer Tee Pai Mu Tan, siehe folgendes Bild:
Wie kalt gebrühter Pai Mu Tan schmeckt kann ich nicht beurteilen, ist auf jeden Fall mal einen Versuch wert. Hochwertigere weiße Sorten wie der klassiche Silver Needle schmecken sicherlich kalt gebrüht auch gut. Aber auch hier gilt: Versuch macht klug! Geschmacklich muss jeder selbst entscheiden was und wie heiß oder kalt. Wer auf den totalen antioxidativen Boost aus ist, sollte einfach hin und wieder Matcha genießen. Schmeckt heiß und kalt und auch als Eis! Schaut mal in die Rezepte, da sind einige Kreationen mit Matcha zu finden. Happy sipping! NK
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